Das INSEK 2040 der Gemeinde Schwielowsee zeigt ein klares Bild: Die Gemeinde wächst weiter, altert gleichzeitig stark, hat begrenzte Flächen, hohe landschaftliche Sensibilität – und muss ihre Infrastruktur, Mobilität, Klimaanpassung und soziale Versorgung deutlich ausbauen, um bis 2040 handlungsfähig zu bleiben. Die größten Herausforderungen liegen in Innenentwicklung, sozialer Infrastruktur, Mobilität, Klimaanpassung und der Sicherung der kommunalen Finanzen (freiwillige Haushaltssicherung). Im folgenden gibt es eine Zusammenfassung und die wichtigsten Kritikpunkte mit einem Fazit.
1. Demografie
- Starkes Wachstum bis 2040 (+9 %).
- Gleichzeitig massiver Anstieg der Ü65 und Ü80 Altersschichten.
- Rückgang der 45–65-Jährigen führt zum Fachkräftemangel.
- Zuzug vor allem junger Familien bedingt steigender Kita- und Schulbedarf.
2. Siedlungsentwicklung
- Keine Ausweisung als Gestaltungsraum Siedlung dadurch ist Wachstum nur durch Innenentwicklung möglich.
- Caputh hat begrenzte Wachstumsreserve (2 ha/1000 EW).
- Hoher Landschaftsschutz (Freiraumverbund, LSG, NSG).
3. Soziale Infrastruktur
- Kita- und Grundschulkapazitäten stoßen an Grenzen.
- Bedarf an weiterführender Schule wird deutlich.
- Pflege- und Gesundheitsinfrastruktur unzureichend für die prognostizierte Alterung.
4. Mobilität
- Engpass Caputher Gemünde (Fähre, nicht barrierefreie Brücke).
- Hohe Autoabhängigkeit.
- RB33 gut, aber Takt und Erreichbarkeit müssen verbessert werden.
5. Klimaschutz & Klimaanpassung
- Hohe Waldbrandgefahr.
- Hitzeinseln in verdichteten Bereichen.
- Starkregenrisiken.
- Hoher Energieverbrauch im Gebäudebestand.
6. Tourismus & Wirtschaft
- Starker Erholungsdruck.
- Fehlende Lenkung des Tagestourismus.
- Kaum Gewerbeflächen, hoher Auspendleranteil.
7. Kommunalfinanzen
- Hohe Investitionsbedarfe treffen auf begrenzte Einnahmen.
- Fördermittel sind zwingend erforderlich.
Die 10 wichtigsten Kritikpunkte an dem Konzept
- Zu wenig Priorisierung der Maßnahmen.
- Innenentwicklung ohne Instrumente – so wird das nicht funktionieren.
- Mobilität ungelöst, besonders am Gemünde, Schloss oder Geltow Nord.
- Soziale Infrastruktur: Bedarf klar, Umsetzung unklar.
- Klimaanpassung zu abstrakt, keine räumliche Konkretisierung.
- Tourismussteuerung fehlt, obwohl Belastung hoch ist.
- Finanzielle Machbarkeit bleibt offen.
- Keine klare Strategie für Zweit- und Ferienwohnungen.
- Gewerbeentwicklung bleibt schwach, keine innovativen Ansätze.
- Bürgerperspektive wird erwähnt, aber nicht durch konkrete Maßnahmen gestützt.
Fazit
Um all das Erkannte und nicht Behandelte unter einen Hut zu bekommen, insbesondere der angestrebten freiwilligen Haushaltsicherung bedeutet es für eine Gemeinde wie Schwielowsee, das: Jede Investition gleichzeitig drei Dinge leisten muss:
- Die Gemeinde finanziell entlasten oder stabilisieren (direkt oder indirekt).
- Ein konkretes Problem lösen (z. B. Kita, Pflege, Verkehr).
- Einen langfristigen Nutzen erzeugen (10–20 Jahre).